Augenerkrankungen

Schielen (Strabismus)

 

 

 

Was ist Schielen?

 

Schielen (oder auch Strabismus genannt) ist eine Fehlstellung der Augen. Dabei fixiert ein Auge ein Objekt (d.h. ein Auge schaut), und das andere Auge weicht in eine andere Richtung ab.

 

Normalerweise schauen immer beide Augen zur gleichen Zeit ein Objekt an. Dadurch ist auch die Tiefenwahrnehmung (räumliches Sehen oder Stereosehen) möglich.

 

Beim Schielen schauen die beiden Augen nicht miteinander. Räumliches Sehen ist dadurch nicht möglich resp. deutlich eingeschränkt.

 

Beim angeborenen Schielen nimmt der Betroffene im Gegensatz zum Lähmungsschielen keine Doppelbilder wahr.

 

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Welche Schielformen gibt es?

 

Es gibt sehr viele verschiedene Schielformen! Jede Schielform ist anders, und jede hat eine andere Bedeutung und Behandlung.

 

Sichtbares (oder manifestes) Schielen:

 

Beim manifesten Schielen weicht ein Auge konstant von der Blickrichtung des anderen ab. Je nach Richtung wird das Schielen dann als "Innenschielen", "Aussenschielen" (z.T. mit vermehrtem Blendungsgefühl), "Höhenschielen" etc. bezeichnet.

 

Mikroschielen:

 

Wenn das Schielen so klein ist, dass man es als Laie nicht sieht, nennt man es Mikroschielen. Bei Kindern ist es gefährlich, da es oft zu spät erkannt wird, und eine schwere Sehbehinderung zurückbleibt.

 

Verstecktes Schielen (Heterophorie):

 

Dieses Schielen kommt erst zum Vorschein, wenn die Zusammenarbeit beider Augen unterbrochen wird, wie wenn z.B. ein Auge abgedeckt wird oder beim Schlafen. Sobald beide Augen schauen, fixieren sie sofort wieder das gleiche Ziel, und das Schielen ist weg.

 

Die meisten Menschen haben ein verstecktes Schielen, ohne dabei Sehprobleme zu haben.

Einige Menschen haben aber Mühe, dieses versteckte Schielen beim Sehen zu kompensieren. Sie brauchen viel mehr Energie, damit beide Augen zusammen das Gleiche anschauen. Dies kann zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Verschwommensehen, Doppeltsehen, Augenbrennen führen.

 

Einseitiges Schielen:

 

Dabei schielt immer das gleiche Auge.

 

Wechselndes (oder alternierendes) Schielen:

 

Dabei schielt einmal das rechte, dann wieder das linke Auge.

 

Lähmungsschielen:

 

Tritt ein Schielen erst später infolge einer Augenmuskellähmung auf (oft ältere Menschen mit hohem Blutdruck, Zuckerkrankheit, Hirninfarkt), dann leiden die Patienten unter Doppelbildern.

 

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Warum ist Schielen bei Kindern gefährlich?

 

Das neugeborene Kind muss im Gegensatz zum Erwachsenen zuerst lernen zu sehen. Das heisst: sobald ein Kind beginnt, mit den Augen zu schauen, beginnt die Sehentwicklung. Das Auge, der Sehnerv und schliesslich das Sehzentrum im Gehirn müssen sich ausbilden. Diese Entwicklung dauert bis etwa zum 11. Lebensjahr.

 

Wenn nun ein Auge schielt, lernt es nicht zu sehen. Es bleibt schwachsichtig. Wird das Schielen zu spät erkannt (z.B. oft beim Mikroschielen) kann keine Therapie mehr helfen, das schielende Auge sehend zu machen. Es verbleibt eine lebenslange Sehschwäche!

 

Durch eine rechtzeitige Behandlung kann eine Sehschwäche verhindert oder behandelt werden. Bei fraglichem Schielen soll daher schon ab dem 6. Lebensmonat eine erste Kontrolle beim Augenarzt erfolgen.

 

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Wie wird das Schielen behandelt?

 

Voraussetzung:

 

  1. Genaue Abklärung des Schielens beim Augenarzt
  2. Ausschluss und Behebung evtl. organischer Ursachen des Schielens: z.B. Operation eines Grauen Stars
  3. Optimale Korrektur einer evtl. vorhandenen Fehlsichtigkeit (z.B. unkorrigierte Weitsichtigkeit kann Schielen verursachen)

 

Therapie:

 

1. Beim Kind zuerst Behandlung des schwachsichtigen Auges! Dies erfolgt durch Abdecken des besseren Auges, um das schwächere durch Training zu fördern. Diese Therapie erfordert viel Erfahrung und muss sehr sorgfältig durchgeführt werden. Sie dauert bis etwa zum 11. Lebensjahr. Nach dem 11. Lebensjahr verliert sich die gelernte Sehfunktion auch an einem schielenden Auge nicht mehr.

 

In einer Augenarztpraxis wird diese Therapie durch eine Orthoptistin in der Sehschule durchgeführt.

 

Eine Orthoptistin (griechisch "orthos" = gerade, richtig, "optikos" = das Sehen betreffend) hat eine mehrjährige Ausbildung, welche hauptsächlich das Schielen in all seinen Formen betrifft. Sie betreut und behandelt zusammen mit dem Augenarzt die schielenden Patienten.

 

 

2. Behandlung des "kosmetischen Schielens", d.h. des abweichenden Auges durch eine Schieloperation. Das von aussen sichtbare, oft entstellende Schielen wird mittels einer Schieloperation behandelt. Dabei werden die Augenmuskeln so versetzt, dass die Augen scheinbar wieder parallel schauen.

 

Eine Schieloperation hat einen wichtigen psycho-sozialen Aspekt und verbessert zudem das teilausgebildete räumliche Sehen.

 

Eine Schieloperation kann in jedem Alter durchgeführt werden. Oft wird sie erstmals im Kindesalter (z.B. vor Schulbeginn), später aber auch problemlos im Erwachsenenalter durchgeführt.

 

Eine Schieloperation wird durch die Krankenkasse (bei Kindern oft durch die IV) bezahlt.

 

Schieluntersuchung beim Kind Abdeck-Therapie beim SchielenSpielerischer Umgang mit den notwendigen Schiel-Klebern (heute in allen Farben und Mustern erhältlich) <>x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links

 

www.augeninfo.de/patinfo/strab.pdf

www.orthoptics.ch

 

Zusammenfassung Schielen (PDF, 61 KB)

                                    Augenarztpraxis

Anita Hürlimann Dr. med.

 

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